Unser Gemüt – Inspirationshilfe

Dämonen sind nicht kreativ. Sie können nur vernichten, nichts Neues schaffen. Wenn Sie Ihr kreatives Potential anzapfen wollen, müssen Sie Zugang zu anderen Bewusstseinsschichten finden. Sie müssen in Kommunikation mit dem Teil treten, dem »etwas einfällt«.

Ich will diesen für die Inspiration zuständigen Teil hier »Gemüt« nennen, als Übersetzung des englischen Worts »Mind«, für das es keine genaue deutsche Entsprechung gibt. »Mind« umfasst die Begriffe Geist, Seele, Verstand, Absicht, Ansicht.

Unser Gemüt arbeitet wie eine Blackbox. »Blackbox« ist ein naturwissenschaftlicher Terminus für einen Vorgang, den man nicht versteht, von dem man aber weiß, was dabei herauskommt. Man gibt etwas in »die schwarze Kiste« hinein und erhält dann etwas anderes aus ihr.

Lernen selbst ist eine Blackbox. Niemand weiß wirklich genau, wie Menschen lernen. Es gibt keinen automatischen Lernvorgang, den Sie nach Belieben betätigen können. Alles, was Sie tun können, ist, optimale Voraussetzungen zu schaffen.

Problem stellen – Lösung finden

Wenn Sie eine Problemlösung suchen, sammeln Sie zuerst Informationen zum Thema. Präzisieren Sie Ihre Problemstellung, denn die Antwort kann nur so gut wie die Frage sein. Unterscheiden Sie nicht nach relevanten und irrelevanten Quellen. Nehmen Sie, was sich anbietet.

Lesen Sie Ihr Informationsmaterial, ohne sich Sorgen zu machen, ob Sie es wirklich verstehen. Sie müssen es weder verstehen noch Stellung beziehen. Treffen Sie auf Begriffe, die Sie noch nicht kennen, schlagen Sie sie im Wörterbuch oder bei Wikipedia nach. Lesen Sie einfach, und lassen Sie es einwirken.

Unser Gemüt denkt am besten ohne uns. Es denkt am besten, wenn wir entspannt sind. Schlafen Sie darüber, nehmen Sie einen Nachmittag frei. Irgendwann spuckt Ihr Gemüt die Lösung aus. Wiederholungen signalisieren Ihrem Gemüt, dass es sich um wichtige Information handelt. Tags darauf oder einige Tage später lesen Sie den gleichen Text wieder und verstehen ihn plötzlich.

Bauen Sie Vertrauen zur Blackbox auf

Lernen Sie vor allem, auf diesen Vorgang zu vertrauen. Je öfter Sie diese Gemüts-Blackbox benutzen, umso mächtiger wird sie. Ihre Arbeit wird bald weit weniger aus Schinderei bestehen als bisher.

Man kann der Gemüts-Blackbox nichts befehlen. Wenn es Ihnen schwerfällt, mit Ihrer Blackbox eine Verbindung aufzubauen, stellen Sie sich vor, dass Sie die Blackbox verführen müssen. Ein schlecht gelaunter und verzagter Kavalier wird nichts anrichten können.

Pflegen Sie sich, und machen Sie sich hübsch. Seien Sie aufmerksam und hilfsbereit. Nehmen Sie sich Zeit, und schaffen Sie Gelegenheiten. Ehren und achten Sie Ihre Blackbox. Kommunizieren Sie regelmäßig mit Ihrer Blackbox, und halten Sie sich selbst bei Laune. Achten Sie darauf, dass Sie gut aufgelegt und in Frieden mit sich sind. Das ist tatsächlich das Wichtigste. Der Rest folgt.

Selbstvertrauen verhilft zu Kreativität

Hier möchte ich mein Lieblingszitat von Samuel Beckett anbringen: »Ever tried, ever failed, no matter. Try again. Fail again. Fail better.«

Nichts mindert Intelligenz und Intuition mehr als Angst. Nichts verhindert Ihre Kreativität so effektiv wie die Angst, Fehler zu machen. Wir wurden alle darauf trainiert, keine Fehler zu machen. Wir haben gelernt, nur erprobte Techniken anzuwenden, also unkreativ zu sein.

Jetzt wollen Sie Neues lernen und wollen ausgetretene Pfade verlassen. Aber alles, was neu ist, ist unerprobt. Es kann genauso gut funktionieren oder auch nicht. Lassen Sie Fehler zu. Wenn Sie ohne Vorkenntnisse von 50 % Erfolgschancen ausgehen, haben Sie wahrscheinlich nach zwei verschiedenen Versuchen eine Lösung. Wenn 51 % Ihrer Versuche zu Ergebnissen führen, sind Sie ein erfolgreicher Mensch.

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